Vorfreude – Nachwehen

Heute Abend gehts also zu Techno meets Klassik in den großen Saal. Bin gespannt. Zu Craig und von Oswald muss man ja wohl nix sagen … vom Rest lass ich mich überraschen. Vlt. wirds ja echt streng und anstrengend:


EDIT: Naja, gut. War interessant. Nett. Aber auch nicht all zu dolle? Ganz toll war jedenfalls die leicht abstruse, irreale Situation in der Laeiszhalle: so viele Kapuzenpullis, Lederjacken und Smartphones gibts da sicher selten zu sehen. Schön auch das Bild von den ganzen sitzenden, Kopfnickenden Menschen wärend eigentlich tanzbare Musik richtig laut läuft. In dieser Kulisse, leicht Barock (nachgemacht), die große Orgel – aber alles mit Lightshow und Bassdrum. Sehr außer-der-Welt, irgendwie. Mich hats an die Omni in der Frankfurter Oper erinnert, manchmal. Auch vom Sound, so ganz klein wenig: die Hildengebeutelte „Harliqin, Robot, usw.“ hab ich doch jetzt tatsächlich mal wieder gehört. Also der Babba Väth hätte Spaß an dem Auftritt gehabt, sicher. Und ich glaub, ich bin zwischendrin mal eingenickt – aber die Intros in die einzelnen Nummern waren halt auch vieeeeeel zu lang. Beim 20-Minuten-Opener von mir aus, danach hätte man das aber wirklich straffen müssen. Klar, das war keine Club-Musik, aber auch so wies war müsste man das nicht auf Schallplatte bringen. Teilweise gabs allerdings ganz nette Detroit-Klänge mit echtem Orchester-Sound dazu: das war schön. Richtige Streicher zu FM-Sounds, Bläser-Kombo geschickt in die Bassline arrangiert … sehr fein. Sehr viel Ton. Mit Samples kannte ich solche Klangkulissen, aber mit in echt klingts halt doch anders. Passte aber prima. Und mein größter Respekt gilt den Hamburger Musikern, die minutenlang „Loops“ aufm Xylophon geklöppelt oder Pizzicatos auf der Geige gezupft haben. Das erfordert bestimmt Konzentration und Ausdauer. Und das man sich als „echter“ Musiker für sowas wie „Techno“ hergibt verdient auch ne Menge Respekt. Also das war toll. Den Mann am Horn hatte ich z.B. die ganze Zeit im Blick von meinem Platz aus.

Allerdings hatte es Längen. Ziemlich. Und der Herr von Oswald hat irgendwie gefehlt? Jedenfalls hab ich ihn weder gesehen noch was typisches hören können. Sehr Schade. Und nur weil man Klavier spielen kann und das Geld für einen Moog hat bedeutet das noch lange nix. Da muss der Monsieur Tristano noch ganz viel üben. Aber der ist ja noch jung. ;) Ich fürchte auch, ich hab irgendwie mehr erwartet von dem ganzen. Aber da bin dann ja nur ich selbst dran schuld. Trotzdem würd ich noch mal hingehen.

Kritik-Ende. Ist ja gar nicht mal zuuu schlecht ausgefallen. Oder? Neeeee. Man muss zwischen den Zeilen lesen. Carl Craig hat sich jedenfalls alle Mühe gegeben und gut lautes Bassdrum-Gepolter absorbiert und feine „Detroit-Sounds“. Und Hi-Hats. Und Cowbells. More Cowbells! Sein Bier danach hatte er sich echt verdient.

Getaggt mit ,

Schreib was dazu ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: