Beschaffungskriminalität

Mein Bastelprojekt startet seeehr langsam. Nachdem das Lötkolben-Problem ja erst mal durch die Leihware gelöst ist, tauchen täglich neue Probleme auf. Das hat größtenteils mit meiner Schusseligkeit zu tun aber zweitens kann ich nix dafür.

Zunächst mal hab ich meine Schaltplan-Lese-Fähigkeit irgendwie überschätzt. Ist schon paar Jahre her, und ich komme da nur langsam wieder rein. Teilweise klappt es. Aber manchmal auch nicht, wie einige durchgebratene Teile schon schmerzhaft erfahren mussten. Jedenfalls hab ich mir jetzt doch ein Steckbrett besorgt und das hilft schon mal. Völlig größenwahnsinnig dachte ich ja zunächst, ich könne alles direkt fliegend verdrahten und das würde wohl schon hinhauen. Kann – aber muss nicht. Und da hilft das winzige Steckbrettle dann doch sehr.

Was ich auch völlig unterschätzt bzw. vergessen hatte: die Teile. Die lieben Teile. Woher kriegt man was? Und am Ende hat man – also ich jedenfalls – sowieso IMMER irgendwas vergessen. Oder aus Versehen das falsche bestellt. Oder man bekommt nicht das, was man eigentlich wollte. Beispiel Potis und Knöpfe: Ich hab ganz nette Drehknöpfe bekommen. Laut Beschreibung mit 6-mm-D-Achse. Also passende Potis mit D-Achse bestellt. Was bekomme ich? Knöpfe mit geriffelter Achse. Weil ich die Knöpfe aber verwenden wollte (sehen wirklich gar nicht schlecht aus): neue Potis bestellt. Was kommt? Feinste Feinst-Riffelung an der Achse – passt natürlich auch irgendwie nicht richtig. Hab jetzt Holzhammermäßig die Knöpfe einfach aufgebohrt und nun passt es. Aber natürlich hatte ich erst mal keinen passenden Bohrer gefunden – also neuen kaufen … usw.

brettle

Dazu kommt, das die Pläne nach denen ich versuche zu basteln offenbar oft nur so halb richtig sind. Teilweise werden falsche Werte oder Bauteile angegeben und jeder zeichnet auch irgendwie anders. Und das bei den Potis und Knöpfen beschriebene Problem: Teilweise werden Teile auf den Shopseiten falsch beschrieben bzw. ich steige einfach nicht durch die Datenblätter durch. So hab ich z.B. Schalter bestellt, die sich als Taster rausstellten. Toll. Taster hatte ich eh schon genug. Da ich sie aber optisch ganz toll finde (wie die unpassenden Knöpfe) und unbedingt verwenden wollte, musste eine Lösung her. Habs mechanisch versucht, wie beim Kugelschreiber quasi. Geht auch, fand ich dann aber doch irgendwie doof. Mittlerweile klappt es auch elektronisch. Ich hab mich heute vormittag echt wie ein kleines Kind mit seinem ersten Kosmos-Elektronik-Kasten gefreut. Klick: an – Klick: aus. Funktioniert. Yay!

Solche Nichtigkeiten halten mich allerdings furchtbar auf. Das und die ständig fehlenden bzw. nicht-zusammen-passenden Teile. Als Theoretiker bin ich da besser. Nach drei Design-Entwürfen hab ich mich recht schnell auf eine Variante festgelegt und die nur noch in Feinheiten verändert. Aufm Papier sieht mein Bastelprojekt also schon ganz toll aus.

Vermutlich stehe ich am Ende mit nem junkigem Etwas in ner Brotdose da – aber was solls. Bisher macht das alles doch – trotz der vielen Rückschläge – irgendwie Spaß. Und darum sollte es ja ursprünglich gehen. Dachte ich mir jedenfalls Anfangs so.

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