Archiv der Kategorie: Schöngeist

Taniguchi Jiro

Also schon letzte Woche ist ein von mir sehr geschätzter Mangaka – ein Zeichner, ein Macher oder Schöpfer – leider viel zu früh verstorben. Aber als gäbe es einen passenden Zeitpunkt dafür? Naja, der Tod gehört zum Leben nunmal dazu.

Ich habe mir eine Woche Zeit gelassen, auch um zu sehen ob oder wer das erwähnt. Ich lese ja einige japanophile Blogs und auch welche die sich mit Comics beschäftigen. Niemand hat ihn erwähnt. Vielleicht war der Mann doch sehr unbekannt. Kommt mir aber komisch vor.

Sein Stil war untypisch. Vielleicht von Franzosen und Belgiern wie Bilal oder Moebius inspiriert konnte dieser Mann japanisches Alltagsleben in einer Klarheit und Reduktion darstellen wie kaum ein anderer. Und das ist dann auch schon irgendwie wieder total japanisch. Vor einigen Wochen habe ich hier in Hamburg original-Zeichnungen von Herrn Taniguchi sehen können. Ich war überrascht über die Größe bzw. wie klein die waren. Er hat fast so klein gezeichnet wie es gedruckt wurde – Millimeterfeine Striche, alle perfekt.

Ich wollte ihn ja schon vor Wochen mal erwähnen, als ich (sehr spät) bemerkt habe dass eines seiner Werke ganz grandios verfilmt wurde. Kodoku no Gurume (孤独のグルメ) zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Die deutsche Ausgabe (bei Carlsen) nennt sich nur „Der Gourmet“ – der einsame Gourmet würde es in meinen Augen besser treffen. Ein Geschäftsmann streift durch Tokio und hat regelmäßig Hunger. Dann isst er. Das ist schon alles. Geschrieben von Masayuki Kusumi, illustriert von Jiro Taniguchi und wie gesagt sehr liebevoll verfilmt. Wer sich mal rantasten will, aber Bücher scheut: Google findet einige Episoden.

Ich wollte ihn jetzt nur mal erwähnen. Ist nicht so dass ich super traurig wäre oder so. Aber der Mann konnte echt was. Arigato gozaimasu.

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Hands on

palette_controller

So, ich arbeite ja täglich mit Photoshop und muss dort auch täglich immer wieder ähnliche/gleiche Dinge tun. Für automatisierbares = gleiches habe ich selbstverständlich jede Menge Aktionen angelegt, die man per Shortcut abfeuern kann. Es gibt aber Dinge, die sind jedesmal nur ähnlich, jedoch nie gleich. Dafür würde mich so ein System echt reizen. Denn es geht um das was man gemeinhin muscle-memory (korrekt wohl „motor learning“ oder zu deutsch „Bewegungslernen“) nennt. Körperteile können immer gleiche oder auch ähnliche Bewegungen „abspeichern“. Allerdings mischt sich das Hirn ein und passt die Bewegungen an den Kontext an. Beispiel: Gitarre – keine ist gleich, trotzdem kann ein guter Spieler praktisch alles spielen dass sechs Saiten hat. Oder Basketball. Roboter haben da noch Probleme.

Zurück zu Photoshop: ich sehe ein Bild und erkenne sofort „zu viel Gelb“. Also Knopf für Gradationskurven drücken, viermal auf den Encoder gedrückt und ich bin im Gelb-Kanal, jetzt am Fader die im Arm „gespeicherte“ Bewegung ausführen und mit dem Drehknopf noch die Endpunkte justieren … Tadaaa???

Wenn das so wie ich mir vorstelle funktioniert: dann will ich das. Nicht dass ich es „bräuchte“, aber es wäre halt total nett. Photoshop „analog“ sozusagen. Ich kann eine Hüllkurve am Synthie mit Fadern dreimal so schnell einstellen wie im PlugIn mit der Mouse. Denn das Mäuschen liegt mal hier, mal da – da gibts keine wirklich „abgespeicherten“ Bewegungen. Mit dem Trackpad ist es nochmal anders.

200$ für das Starter-Kit … ich bin echt versucht …

http://palettegear.com/index

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Weltklasse

Servus! Sollte es euch mal nach Wien verschlagen – und ihr seid zufällig noch Fleischesser wie ich: das Cafe „Reisingers“ am Salzgries macht (meiner Bescheidenen Meinung nach) das beste Pastrami-Sandwich im deutschsprachigen Raum. Ein zartes Fleisch zum niederknien, ein göttlicher hausgemachter Senf, der auf der Zunge poppt – dazu frisches Roggenbrot und eingelegte Gurke. So soll es sein. Nicht mehr, aber auch bitte nicht weniger. Und das österreichische Fassbier dort schmeckt auch außerordentlich gut. Eine sehr nette Bedinung und ein schönes Ambiente runden das ganze ab und machen es zu einer klaren Empfehlung für jeden Wien-Besucher. Sandwiches gibt es nur Dienstag bis Donnerstag ab 17 Uhr.

köstlich(halbe Portion, erste Hälfte schon weg)

Solltet ihr den fleischlichen Freuden jedoch abgeschworen haben, empfehle ich hier einfach mal das „Harvest“ am Karmeliterplatz, ein sehr liebevoll gemachtes Lädchen mit gutem Essen (und trinken). Ich hab da ja nur getrunken, aber meine Begleitung war vom Essen – Suppe und Sandwich – nicht enttäuscht. Man spürt im Laden überall die Liebe zum Detail, ich habe jetzt leider nur ein Foto von der wirklich schönen (und hohen) Decke inkl. Kronleuchter. Wären wir später am Tag dort gewesen hätte ich bestimmt auch was gegessen. Alles vegan, Bio, aus der Region und was man sonst noch so alles macht heute. Glückliche Pastinaken. Und gute Musik lief da.



Und abschließend, ganz kurz, jetzt wieder mit Tier aber dafür ohne Foto: „Ellas“ am Judenplatz – auch sehr gut. Die Basilikum-Limo war fruchtig-frisch und der Oktopus-Salat eine Überraschung: eingelegte Wassermelone mit einer super-spannenden Soße, die Tintenfisch-Ärmchen butterzart und mit einem Hauch spitzer Paprika – dazu süße Sesam-Kräcker. Das „Zusammenspiel der Aromen“, wie es in den Fernseh-Kochshows immer so schön genannt wird, war für mich hier perfekt. Aber was weiß ich schon? Ich werde auf jeden Fall versuchen es nachzukochen und das bedeutet in meiner verschrobenen Welt ein dickes Lob. Das wahnsinnige Pastrami werde ich soooo aber niemalsnicht selber hinkriegen, daher probiere ich es auch erst gar nicht.

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Italo-Disco verifiziert

OK, NAMM ist rum und verdaut. Viel Eurorack-Zeug gab es, viele Synthesizer, weiter so. Ganz vorne natürlich der Prophet, der sich jetzt wieder Sequential nennen darf. Da konnte Korg leider nicht mithalten. Aber lieber ARP ab als ARP dran? Huhahaha, Brüller.

Naja. Arturia hat mir die Nase lang gemacht mit dem Beatstep Pro, quasi drei Sequenzer in einem Gehäuse, mit CV-Ausgängen und MIDI und DIN-Sync und USB und und …

Aber die Schweden haben endlich ihre Taschenrechner/Game-and-Watch-Platinen vorgestellt, die schockierenderweise KEINE Taschenrechner enthalten. Nur Synthie-Sounds und Effekte und ne Uhr. Nintendo meets Schwedendesign und an der Silikonhülle erkennt man Dieter Rams?

Ich hab den ersten Schwung leider verpasst aber vorbestellt ist so ein Ding. Kost-ja-kaum-was und mit sowas kriegt man mich immer. Die Wäscheklammer allerdings kostet bei TE übrigens mindestens 9 Euro ..? Dann aber biologisch abbaubar.

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Crazy world, crazy world zwischen Tanke und Rastplatz

Ich bin sicher nicht der schlaueste Mensch auf der Welt („Ich bin Kluk! – K-L-U-K“) aber ich erkenne gute Songs, die mir das Leben erleichtern. Und gute Basslines.

Und eigentlich ist es auch alles gar nicht so Scheiße wie sich das hier vielleicht manchmal liest. Ich kann jeden Morgen aufstehen – von alleine. Ich kann kochen, halbwegs gut sogar, wenn ich will. Also mir schmeckt es. Ich hab einen Job, der mir zwar manchmal alle Energie aussaugt – aber immerhin hab ich einen. Ich habe eine gute Freundin, die leider weit weg ist. Aber immerhin hab ich eine. Und sie könnte ja auch noch weiter weg sein – war sie ja schon mal, jetzt sind wir uns eigentlich wieder recht nah.

Ich wollte hier ja weniger heulen, und im Grunde gehts mir auch gar nicht schlecht zur Zeit. Will man nicht IMMER das, was man nicht hat? Und wenn man es dann hat? Will man dann nicht sofort was anderes? Ich will ein Pony! Und besser Thai-kochen können. Ich will mehr Haar am Hinterkopf und ich will entspannter sein.

Aber so what? Verglichen mit „vor einigen Jahren“ bin ich suuuper-entspannt.

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Kurztrip nach CPH

Bei schönem Sonntagswetter sind wir erst mal durch Christianshavn gestolpert. Sonntag ist wohl Familientag, man spielt mit den Kindern im Garten oder im Park oder grillt auf der Straße. Oder man hängt mit Freunden ab und genießt die Sonne, falls sie scheint. An jeder Ecke stehen Tische, und wer nicht auf der Straße sitzt, sitzt im Boot. An diesem letzten sonnigen Mai-Sundach hatte man das Gefühl, dass da wohl jeder ein Boot hat. Oder einen kennt, der eins hat. Viel Verkehr aufm Kanal. „Overgaden Oven Vandet“ heißt das Sträßlein, an dem wir längsgingen und für nen Sonntag ein guter Start in eine sehr entspannte Stadt. Bunte Häuser, Wasser, lächelnde Dänen und fast Postkarten-Kitsch. Aber irgendwie noch ziemlich natürlich – „ist-hier-halt-so“ – und deshalb auch sehr schön und nicht anstrengend gewollt. Kann man so machen.

chrhavn1

Am Montag Richtung Centrum, Innenstadt – Gässchen bummeln. Ein Mix aus Touri-Straße mit den üblichen allerwelts-Läden und Marken, kennt man so – und einer Nebenstraße weiter dann kleinen, feinen, individuellen Lädchen mit handgemachten (Einzel)stücken. Glas, Stoffe, Porzellan, Drucke, Schmuck, Strickzeug – jegliche Art von richtig schönem Kitsch. Für einen Inneneinrichter sicher eine Fundgrube. Dänisches Design ist nach wie vor geschmackvoll und witzig und schick. Sieht einfach gut aus. Und wenn die Taschen voller Kronen wären, könnte man sich dumm und dämlich kaufen. Nur wohin mit dem Kram dann später zu Hause? Also habe ich (fast) widerstanden. Kompagnistræde wäre mal ein Anfang, aber es gibt noch so viele andere drumherum die auch ganz toll sind. Dort rausgepickt: Liebe, weil Liebe immer gut ist.

Liebe

Wenn man dann langsam Hunger bekommt hat man die Wahl zwischen Burger, Burger, Burger oder Sandwich oder Smørrebrød. Oder Suppe. Oder Kuchen. Kuchen! Die backen ja wahnsinnig gut! Also verhungern muss man nicht in Kopenhagen. Die Burger sind spitze, keine Frage, die Sandwiches auch sehr gut – ich hab ein Fett-tropfendes Enten-Rillettes am „Gråbrødretorv“ gegessen. Ein Träumchen. Mit Senf-Mayo, wunderbar. Der Platz ist sowieso schön, zum Ende haben wir da nochmal gesessen und auf den Zug gewartet. Ein zuckersüßes blondes Mädchen strahlt uns an und wir essen endlich unser Smørrebrød.

Hat mir echt gut gefallen, diese Stadt. Die meisten Menschen sehr locker, auch locker angezogen aber pfiffig und stilsicher, und immer höflich und nett. Scheinbar denken die dort auch für andere mit. Wenn man blöd im Weg rumsteht wird man lächelnd umquert, steht man ratlos rum bieten sie dir Hilfe an. Türen werden aufgehalten und in den Parks räumt jeder seinen Müll brav in eine Tüte und dann ein eine der Millionen Mülltonnen die es in Kopenhagen gibt. Ich mag so ein miteinander sehr gerne und würde mir mehr davon hier wünschen.

doppeldenk

Abschließend – falls euer Hotel in Bahnhofsnähe liegt: am Halmtorvet ist mir ein Thai aufgefallen, der immer rappelvoll war. Für gewöhnlich ein gutes Zeichen – also probiert. Er heißt „Ban Gaw„, direkt auf der Ecke Eskildsgade/Halmtorvet. Nicht außergewöhnlich, aber gut. Für Kopenhagen ziemlich moderate Preise und einige interessante „Specials“ auf der Karte. Ich hab mal endlich wieder Tintenfisch in rotem Curry essen können (schön mit Thai-Auberginen drin und viiiiel Tintenfisch). Das hat mein Thai hier in HH leider von der Karte genommen. War gut, nicht zu scharf aber auch nicht zu lasch + eine ordentliche Portion, fast zu viel. Und wer dort ein „großes“ Bier bestellt, bekommt auch ein großes: 0,75l. Also lieber zwei kleine bestellen oder Chang aus der Flasche trinken.

Ich werde da irgendwann noch mal hinfahren, es lohnt sich. Ist nur leider nicht ganz billig. Aber jede Krone wert.

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Das nächste gekaufte Glück steht an …

schonwiederangefixt

… ich habs ja geahnt, daß sowas passieren würde. Nach dem ersten Kit kommt das zweite. Die dritten, vierten stehen quasi schon in der Warteschlange. Es gibt ja so viele schöne Dinge da draußen … Mein „eigenes Projekt“ steht da nun halt erst mal hinten an. Obwohl es eigentlich schon ganz gut funktioniert – aber die Optik? Ich sagte ja schon Tupperdose … Momentan ist Bausatz zusammenbrutzeln also irgendwie eher angesagt. Klappt dann halt am Ende einfach besser weil alles passt. Und die Boards sehen so naggisch doch auch immer einfach großartig aus?

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Randerscheinung

Das nur am Rande: da ich und der Lötkolben uns erst mal wieder an einander gewöhnen mussten, hab ich zunächst mit dem denkbar einfachstem angefangen: Kabel. Ich hab vor längerer Zeit mal irgendwo im Internet ne Idee gefunden, die so simpel ist, dass man selbst gar nicht drauf kommt: Schnürsenkel!

Schnursel

Runde Wanderschuhschnürsenkel plus leicht old-schoolige Stecker ergeben wunderschöne Retrolook-Patchkabel. Ginge natürlich auch in Stereo für iPhone, iPad und Co. Allerdings sollte man die Kabel möglichst dünn und die Schnürsenkel möglichst dick aussuchen. Sonst wird das Durchfädeln doch arg fummelig, grade bei längeren, weichen Kabeln. Aber das Ergebnis belohnt die Mühe, finde ich.


EDIT:
the one and only
Ich weiß, uralt. Hab ich so selber schon vor langen Jahren mal in nem Proberaum gesehen. Aber hey? Sooooo hängt man Kabel halt auf. Und nicht anders. Und passt ja grad so schön in den Kontext. Wer weiß, wann ich das sonst mal bringen könnte?

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Japanisch für Anfänger/Fortgeschrittene Bananen

Irgendwas stimmt ja nicht mit denen? Aber ich mags ja oft. Japanisch scheint sich gut zum singen zu eignen, leider verstehe ich meist kaum ein Wort. Aber ich mag bei diesem Video den sehr grafischen Ansatz – die kann (die können) auch anders, ich weiß. Und obwohl ich nix verstehe ist das ein gute Laune J-Pop. Prost!

Jedenfalls hab ich diese Woche auch wieder „Stoff“ aus Japan bekommen, von Candy Japan, über die ich schon lange mal schreiben wollte. Neben Ninja-Katzen-Nori-Bonbons gab es dieses Mal auch noch Schokolade mit Bananen-Kruste. Und ich glaub, die machen süchtig. Hier ein (mehr oder weniger) unabhängiges Rewiev:

Unter der abgerissenen „Bananenschale“ steckt übrigens eine Glücksbotschaft. Meine Banana hat mir wenigstens „mittleren Segen“ (chū-kichi, 中吉) versprochen – hoff ich doch auch! Ich steh voll auf die Japan-Bonbons. Und das beste an den Päckchen ist jedenfalls immer, dass man keine Ahnung hat.

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Ich muss dringend was tun

Schwarze Tafel-Tische (Tafeln?) sind vermutlich nicht mein Ding. Aber ich mag den Text und er ist hübsch gemalt.

via CreatingClever

I don’t care too much for money

Wo sie es her hatte weiß ich nicht. Aber ich könnte mir das ja auch selber drucken lassen. In der Größe wird das allerdings teuer. Oder Kartoffeldruck mit riiiiieeesigen Kartoffeln. Trotzdem: thanks a lot, my dear Mademoiselle.

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Sommer-Kitsch

… ich glaub, jetzt gehts mir wieder besser.

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